Soziokratie an unserer Schuleinheit
Unsere Schuleinheit suchte rund um die Jahre 2017-2018 nach einer neuen Organisationsform. Das Anliegen war, eine gleichberechtigte Mitbestimmung, transparente Entscheidungsprozesse und ein möglichst grosses Mass an Selbstorganisation zu ermöglichen. 2019 haben wir uns auf den Weg gemacht und uns für die Soziokratische Kreismethode entschieden.
Am Anfang dieser Entwicklung stand eine Reise der Schulleitenden in die Niederlande, wo diese Kultur bereits gelebt wurde: School Circles - Film - Soziokratie Zentrum. Die Inspiration aus soziokratisch organisierten Schulen wirkten eindrücklich nach und entzündeten einen Funken, der unsere Schule in den darauffolgenden Jahren massgeblich mitgestalten sollte.
Was ist Soziokratie?
Soziokratie ist ein Organisations- und Führungsmodell, das auf Mitverantwortung, Transparent und Vertrauen basiert. Die Methode unterstützt Organisationen dabei, gemeinsam tragfähige Entscheidungen zu treffen und Verantwortung sinnvoll zu teilen. Ein zentrales Element ist die Arbeit in klar strukturierten Kreisen, in denen alle Beteiligten gehört werden und gleichwertig mitwirken. Entscheidungen werden dabei nicht per Mehrheitsbeschluss, sondern nach dem Konsentprinzip getroffen: Ein Vorschlag gilt, solange es keinen schwerwiegenden, begründeten Einwand gibt. So entstehen Lösungen, die von allen Mitgliedern mitgetragen werden und im Alltag gut funktionieren. In einer Schule fördert Soziokratie eine respektvolle Zusammenarbeit, stärkt die Selbstwirksamkeit und schafft eine lebendige, lernende Gemeinschaft.
Harvesting - Was wir nach 6 Jahren ernten
Nach nun mehr 6 Jahren Soziokratie blickten wir im August 2025 in Form eines «Harvestings» zurück auf eine lange und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Soziokratie und ernteten dabei die Früchte unserer Arbeit an dieser Organisationsform. Der Blick zurück zeigte eindrücklich: Die Implementierung der Soziokratie in unserer Schuleinheit hat den Menschen im Team unzählige Türen geöffnet und die Lust am selbstwirksamen Gestalten der Schule geweckt.

Im Rahmen des «Harvestings» berichteten die Teilnehmenden sowohl von persönlichen als auch institutionellen Veränderungen. Entscheide werden seither in den zuständigen Kreisen in grosser Sorgfalt ausgearbeitet und verantwortet. Eine hohe Transparenz, eine gemeinsame Haltung und die Teilhabe Aller stärken das Bewusstsein für unsere Schuleinheit. Ebenso ermöglicht dies das Weiterkommen als Organisation mit Blick auf unsere – ebenfalls soziokratisch entwickelte – Vision: Vielfältige Bildung für die nachhaltige Entwicklung einer lebenswerten Welt.
Die nächsten Schritte
In einer nächsten Phase wollen wir nun das Gelingende weiter pflegen und stärken – immer mit der Frage im Zentrum, was wir als Organisation brauchen und wie uns die Soziokratie als Methode dabei dienen kann. Konkret planen wir aktuell die Implementierung eines Kreises «Inklusive Pädagogik» und die Umsetzung soziokratischer Elemente in den Partizipationsgefässen im Unterricht, um unsere Schüler:innen noch stärker in die bestehenden Strukturen einzubinden. Das Feuer brennt weiter!
Die Co-Schulleitung hat im Buch "Schule 21 macht glücklich" einen kleinen Artikel zur Einführung der Soziokratie in unserer Schuleinheit geschrieben. Mehr dazu finden Sie hier sowie in folgendem Dokument: |
| Soziokratie - Einführung | Was ist Soziokratie? |
| Einblick Schule | Soziokratisch geführte Schule - Film |
